"Soziales AIDS" als Stigma

Anlässlich des nicht ganz freiwilligen Outings von Conchita Wurst, wollen wir ein paar Gedanken zum Umgang mit dem HI-Virus in der Gesellschaft bringen.
Zwar hat sich in den letzten 20 Jahren rechtlich viel getan, bezüglich unseres gesellschaftlichen Umgangs mit der Immunschwächeerkrankung befinden wir uns jedoch noch immer im tiefsten Mittelalter. HIV-positive Menschen werden sogar in Krankenhäusern oder bei ÄrztInnen, die in der Regel besser als die Allgemeinbevölkerung aufgeklärt sind, diskriminiert, bei der Behandlung an die letzte Stelle gereiht oder erst gar nicht behandelt. Darüber hinaus kommt es auch im Arbeitsleben, in Ausbildungsstätten, in Schulen und Kindergärten und im Privatleben zu massiven Diskriminierungen.HIV ist noch immer ein großes kulturelles, soziales und psychologisches Stigma. Medizinisch betrachtet ist HIV heute kaum noch ein Problem. Das so genannte „Soziale AIDS“ hingegen ist für von HIV-Betroffene eine immense Belastung. Für den schlechten gesellschaftlichen Umgang mit HIV kommen verschiedene Ursachen in Frage, die einander ergänzen:

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Verurteilung für absichtliche Ansteckung

Ein britischer Friseur, der absichtlich mehrere Männer mit dem HIV infizierte, muss für mindestens zwölf Jahre ins Gefängnis. Er hatte seine zehn Opfer auf einer Dating-App kennengelernt - fünf von ihnen steckten sich tatsächlich bei ihm mit dem HI-Virus an. Der Täter, der von den Männern als Soziopath bezeichnet wurde, nahm das Urteil völlig regungslos auf.

Nach Angaben der Richterin ist der 27-Jährige aus Brighton der erste Mann in Großbritannien, der wegen der absichtlichen Verbreitung von HIV verurteilt worden ist. Gutachter bescheinigten ihm unter anderem Sadismus. Seinen Sex-Partnern gaukelte er vor, gesund zu sein. Einem Opfer schrieb er nach dem Geschlechtsverkehr: "Ich habe HIV. LOL."

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Conchita Wurst ist HIV-positiv! Oder: Bezüglich des Umgang mit HIV befinden wir uns im tiefsten Mittelalter

Conchita Wurst bekennt: vor einigen Jahren habe sie sich mit dem HI-Virus angesteckt, ist aber seit ihrer Diagnose in ärztlicher Behandlung. Die Therapie ermöglicht es, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu bringen; das heißt unter anderem, dass das Virus nicht mehr auf andere Personen übertragen werden kann.
An erster Stelle ist der Mut von Conchita zu loben, mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit zu treten. Es braucht positive Vorbilder, die souverän mit HIV umgehen, das HI-Virus enttabuisieren und eine Modell- und Vorbildfunktion einnehmen.
Nachdenklich stimmt uns der Anlass von Conchitas unfreiwilligem Outing. Nicht weil sie sich freiwillig dazu bekenne wollte, wagte sie sich an die Öffentlichkeit, sondern weil ein Ex-Freund sie erpresste. Hier wird sehr gut deutlich, dass HIV-Positive auch heute noch  sozialen Ächtungen ausgesetzt sind – ansonsten wäre es kein Erpressungsgrund. Die Sache führt uns zudem vor Augen, dass HIV eine moralisch und gesellschaftlich hoch stigmatisierte Infektion darstellt, die als moralisch verwerflich gilt.

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Zunehmen Gonorrhö-Superkeime, die sich nicht mehr heilen lassen

In Großbritannien wurde Ende März der Fall einer Form von hoch resistenten Gonokokken (Auch „Tripper“ genannt) entdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt nun vor Gonorrhö-Superkeimen, die nicht mehr mit Antibiotika geheilt werden können.

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